Veranstaltungen im ISK
Bilder, Fotos, Skulpturen – deutsche und ausländische Künstler*innen präsentieren ihre Kunst im ISK.
Kunst verbindet
Für Teilnehmende, Kund*innen, Kunstinteressierte und Freund*innen des ISK organisieren wir Kunstprojekte und Ausstellungen in unserer Cafeteria in der Langen Laube. Anbei haben wir Ihnen eine Auswahl zusammengestellt.
Kunstprojekt „Deine Zukunft startet jetzt! Lass sie uns gemeinsam sprayen! Graffiti und Integration“
Ziele – Träume – Zukunftsvisionen: Welche Perspektiven entwickeln zugewanderte Menschen in Deutschland? Mit welchen Träumen und Zielen kamen sie in dem fremden Land mit fremder Kultur, fremden Gewohnheiten, fremden Strukturen und Abläufen an? Welche Perspektiven entwickelten sie anschließend für ein Leben in Deutschland und welchen Herausforderungen und gesellschaftlichen Erwartungen sahen sie sich dabei gegenüber?
17 Teilnehmende eines Integrationskurses haben sich mit diesen Fragen unter Leitung des Graffiti-Künstlers Jascha Müller während eines Graffiti-Workshops im April 2024 auseinandergesetzt. Auf künstlerische Weise suchten sie Wege, ihre Gedanken und Hoffnungen zu kommunizieren, sie gemeinsam in einem Wandbild zu vereinen und dieses auf die Außenwand der ISK-Sprachschule zu sprayen. Während des Projekts betrachteten die Teilnehmenden ihre persönliche Lebensgeschichte aus der Vergangenheit. Von dort aus blickten sie weiter in die Zukunft und auf die Optionen, die sie sich für ihr weiteres Leben ausmalen. Wie hat sich ihr Blick auf die Welt verändert durch ihre Erfahrungen vom Verlassen der Heimat und dem Ankommen in Deutschland und welche Auswirkungen hat dies auf ihre Zukunftsperspektive?
Das Projekt ermöglichte den Teilnehmenden, ihre persönlichen Gedanken und Gefühle zu diesem Thema auf künstlerische Weise darzustellen. Durch das Projekt entstand eine „Brücke zwischen Kunst und Sprache“, um zu zeigen wie Kunst helfen kann, die eigenen Gedanken zu kommunizieren, wenn Worte fehlen. Die Bildebene stellt dabei eine zusätzliche Ausdrucksform der eigenen Gedankenwelt dar – ohne Sprache. Das gemeinsame Wand-Graffiti macht damit sichtbar, welche Zukunftsvisionen jeder einzelne und alle gemeinsam haben.
Nach der Erstellung von Entwürfen wurden die einzelnen Elemente des Graffitis gemeinsam mit den Teilnehmenden auf eine Außenwand des ISK gesprayt. Der gesamte Prozess wurde fotografisch begleitet und als Making-Of im Rahmen einer Fotoausstellung präsentiert. Der Graffiti-Künstler Jascha Müller und die Teilnehmenden des Projektkurses waren bei der Vernissage anwesend. Durch ihre Berichterstattung ermöglichten sie den vielen Gästen spannende Einblicke in die Entstehung und Umsetzung des Projekts.
Die Ausstellung kann im Foyer des ISK (Lange Laube 3) während der Öffnungszeiten besichtigt werden. Das Graffiti befindet sich auf der rückwärtigen Außenwand des ISK zwischen Lange Laube und Lützowstraße und ist jederzeit frei zugänglich.
Beiträge und Videos zum Projekt und der Vernissage sind auf dem Instagram-Kanal des ISK zu finden. Außerdem wurde ein Artikel in der HAZ zum Projekt veröffentlicht.
Theaterprojekt "Ein Zug in die Zukunft"
Wie ist das, in der Fremde anzukommen?
Genau dieser Frage sollte im Theaterprojekt „Ein Zug in die Zukunft“ im ISK nachgegangen werden. Teilnehmende aus allen Kursen und mit unterschiedlichsten sprachlichen Vorkenntnissen waren eingeladen, Geschichten über das Ankommen in Deutschland aus ihrer eigenen Perspektive auf die Bühne zu bringen.
In Gesprächen und Interviews wurden die Geschichten von Kursteilnehmenden gesammelt, die ihre Perspektive auf ihre erste Zeit in Deutschland teilen möchten. Wie war das beim ersten Besuch eines deutschen Supermarktes? Wie wurden Termine in Behörden empfunden? Welche lustigen sprachlichen Missverständnisse gab es? Im Rahmen eines Projekttages ist zu dieser Arbeitsphase bereits ein Video entstanden, das auf dem Youtube-Kanal des ISK angeschaut werden kann.
Während der Projektlaufzeit haben alle Teilnehmenden des ISK außerdem die Möglichkeit gehabt, die Theaterwelt Hannovers aus nächster Nähe zu erleben: Bei Führungen und Workshops in unterschiedlichen Kulturstätten konnte ein Blick hinter die Kulissen des Theaterspielens geworfen werden. Auch die vielseitigen beruflichen Möglichkeiten im kulturellen Bereich konnten dabei kennengelernt werden.
Mit dem Schauspieler Waldemar Mirek ging es anschließend an die Bühnenarbeit. Die gesammelten Alltagsgeschichten der Teilnehmenden wurden zu einem kreativen Theaterstück verwoben und am 22. September 2022 im ISK aufgeführt! Alle Interessierten und Theaterbegeisterten, ganz gleich ob Teilnehmende oder Lehrkräfte des ISK oder auch Externe, waren eingeladen, das Spektakel zu verfolgen. So kamen etwa 150 Personen zusammen, um die Sketche des Integrationskurses in einer einmaligen Theateratmosphäre zu erleben. Teil des Veranstaltungsnachmittags war außerdem die Fotoausstellung zum Making-of des Theaterstücks. Diese kann noch bis Ende Dezember 2022 in der Cafeteria des ISK besucht werden.
Ein Video zur Veranstaltung ist auf unserem Youtube-Kanal zu finden.
Gefördert wurde das Theaterprojekt von der Region Hannover.

Fotoausstellung "Häfen in Hannover"
Das Fotoprojekt "Häfen in Hannover" von Dieter Schwandt und Gerold Hoffmann rückt eine ungewöhnlich maritime Perspektive Hannovers in den Vordergrund: Mit ihren Fotografien von regionalen Häfen werfen sie einen Blick auf einen Bereich des städtischen Raums, der im öffentlichen Bewusstsein kaum präsent ist.
Während ihrer zahlreichen Fotospaziergänge entstanden in den vergangenen Jahren immer wieder außergewöhnliche Aufnahmen von weitestgehend unentdeckten Orten rund um den Lindener Hafen, den Nordhafen, den Brinker Hafen sowie die Hindenburgschleuse. Dabei sind die beiden Fotografen in erster Linie beeindruckt von der fast zeitlosen Atmosphäre mit den typischen Binnenschiffen, Kränen, Hafenanlagen und Umschlagplätzen. Je nach Licht, Linienführung, Farbkombination, Bildkomposition und Perspektive entstanden auf diese Weise Aufnahmen der Handelshäfen, die sich sonst meist der Wahrnehmung entziehen.
Fotografien und Konzept stammen von den beiden Künstlern, die sich seit über drei Jahren Fotoprojekten zu unterschiedlichen Themen widmen und ihre Arbeiten in Ausstellungen präsentieren. In bisherigen Projekten beschäftigten sie sich beispielsweise mit den Themen Hannover am Abend, Brücken oder Minimalismus.
Ausstellungseröffnung am 24. Mai 2022
Alle Teilnehmenden des ISK waren herzlich eingeladen, die Ausstellung mit ihren Lehrkräften zu besuchen und auf diese Weise mehr über das Thema zu erfahren. Diese Möglichkeit wurde von zahlreichen Kursen genutzt. Mit den Künstlern entstanden spannende Gespräche. Die Ausstellung konnte bis Ende Juni 2022 in der Cafeteria des ISK besucht werden.
Kunstprojekt GRENZGÄNGE
Kunstprojekt GRENZGÄNGE
In dem partizipativen Fotoprojekt des Fotografen und Ideengebers Uwe Stelter befassen sich im Herbst 2021 Teilnehmende eines Integrationskurses des ISK Hannover mit ihren eigenen Grenzerfahrungen als Migrant*innen unterschiedlicher Herkunftsländer vor dem Hintergrund der ehemaligen deutsch-deutschen Grenzsituation. An der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und dem Grenzdenkmal Hötensleben begeben sie sich im Rahmen des 30. Jahrestages der deutschen Einigung auf Spurensuche an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und vergleichen die historische Situation mit persönlichen Erfahrungen an den Grenzen Europas. Die innerdeutsche Grenze symbolisiert dabei die realen Grenzen von Zugewanderten, Flüchtlingen und Vertriebenen auf ihrem Weg von einem unsicheren Ort zu einem sicheren Ort. Die Grenze trennt Staaten, Familien und Menschen. Die Grenze symbolisiert die Willkommenskultur auf der einen Seite und die Ausgrenzung auf der anderen Seite. Hier treffen historische Ereignisse auf persönliches Erleben. Fotografie dient dem Projekt als Möglichkeit des Ausdrucks der eigenen und fremden Grenzen.
Das Kunstprojekt vereint dabei unterschiedlichste Lerninhalte: Fotografie, deutsche Sprache und Geschichte, Medien, Sozialkunde, Philosophie. Die Verständigung und das Erlernen der deutschen Sprache ist Voraussetzung für eine gelungene Integration von Migrant*innen. Die Fotografie hat sich, auch dank der rasanten Entwicklung der digitalen Technik, zu einer universellen Sprache entwickelt. Bilder sind Brücken über Ländergrenzen hinweg. Sie bringen die Kulturen einander näher.
Im Rahmen des Deutschunterrichts eines Sprachkurses des ISK Hannover führt Uwe Stelter einen konzentrierten Fotoworkshop in deutscher Sprache durch. Durch die Vermittlung der Grundkenntnisse der Fotografie werden die Teilnehmenden schon nach kurzer Zeit in der Lage sein, spannende subjektive Bilder zu machen. Der Umgang mit den persönlichen Erfahrungen, ihre neu erworbenen Fähigkeiten und die ihnen entgegengebrachte Wertschätzung sind Aspekte, die dazu beitragen sollen, die Teilnehmenden des Projekts nachhaltig in ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe zu stärken.
Ausstellung der Fotografien ab dem 26.11.2021 im ISK
In einer Ausstellung bekommen alle Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre persönlichen Grenzerfahrungen der deutsch-deutschen Grenze und der realen Grenzen in ihrem Leben fotografisch zu zeigen. Die entstandenen Fotos werden nun in der Cafeteria des ISK ausgestellt. Über 60 Bilder sind dort noch bis zum 15.03.2022 zu sehen.
Zur Eröffnung der Ausstellung fand eine spannende Podiumsdiskussion statt zum Thema Hannover - Deutschland - Europa: Abgrenzung oder interkultureller Dialog? Wohin führt uns die Migration und die Integration? Bernd Wolf, stellv. Vorsitzender der Europa Union moderierte die Diskussion zwischen Erika Große, Regionalkoordinatorin Integration vom BAMF, Antonia Kohlbecher, Unternehmerverbände Niedersachsen und Monica Plate, Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover.
Der Künstler
Seit 2007 führt Uwe Stelter partizipative Kunstprojekte zu Wahrnehmung und Fotografien durch, seit 2014 in unterschiedlichen Kunstprojekten mit Sprachlernklassen und Flüchtlingen. Er arbeitet mit Kunstvereinen, der Klosterkammer Hannover, Volkshochschulen, Kommunen, Stadtteilzentren, Kirchengemeinden oder der Leibniz Universität Hannover zusammen. 2008 wurde er für seine Arbeiten mit dem pro visio Kulturpreis von der Stiftung Kulturregion Hannover ausgezeichnet. Die Stadt Hannover ging bei ihrer Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025” 2018 in Berlin mit dem Stelterschen Kunstprojekt ins Rennen. Seine bekannte Serie EINE STADT unterstützt Hannover auf dem Weg zum Titel Kulturhauptstadt.
Gefördert wird das Kunstprojekt vom Bezirksrat Mitte der Landeshauptstadt Hannover und von der Lotto-Sport-Stiftung.


20 Jahre ISK – Jubiläumsfeier

Edelgard Bulmahn
Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages

Edelgard Bulmahn
Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Sehr geehrter Herr Heymann, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Zum 20-jährigen Bestehen des Instituts für Sprachen und Kommunikation gratuliere ich Ihnen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts und allen, die an der erfolgreichen Arbeit des Instituts mitgewirkt haben oder mitwirken, ganz herzlich!
Als das ISK 1997 gegründet wurde, war es keineswegs ausgemacht, dass aus der Initiative von Gerd Heymann und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern eine der größten Sprachschulen in Hannover entstehen würde. In der Gründungs- und Aufbauphase waren Einsatz, Kreativität und Leidenschaft gefragt – und darüber hinaus sogar die Bereitschaft, für die eigene Arbeit auf ein Entgelt –zumindest vorläufig – zu verzichten. Unzählige Arbeitsstunden der ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden gestundet. Ohne dieses Engagement für die Sache und ohne das Hintenanstellen der eigenen Ansprüche in dieser frühen Phase würde es das ISK in der heutigen Form nicht geben. Dafür möchte ich Ihnen noch einmal ganz besonders danken.
Heute lernen am ISK jährlich mehr als 1.500 Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer an vier Standorten in der Innenstadt von Hannover Deutsch. 35 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und über 40 freie Dozentinnen und Dozenten lehren, beraten und ermutigen Lernende aus der ganzen Welt.
Ob die Deutsch-Standardkurse, die Integrations- und Flüchtlingskurse, die Kurse im Bereich der beruflichen Bildung oder die besonderen Kurse für Menschen mit belastenden Fluchterfahrungen, die auch eine besondere psychologische Unterstützung brauchen – bei allen Angeboten des ISK stand und steht immer der Mensch im Mittelpunkt, ganz gleich welche Herkunft, welche Hautfarbe, welche Religion oder welchen Bildungsstand er hat.
Sie, meine sehr geehrten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ISK, engagieren sich dafür, dass Menschen, die nach Deutschland kommen, die deutsche Sprache lernen und die deutsche Kultur kennenlernen – und damit auch eine Chance haben auf eine Integration in den Arbeitsmarkt, auf soziale und kulturelle Teilhabe, also die Chance bekommen, ihr Leben in Deutschland (neu) aufzubauen und sich als Mitglied unserer Gesellschaft einzubringen, in Vereinen, in der Nachbarschaft, in der Gemeinde. Das ISK steht dabei nicht nur für Qualität im Unterricht, sondern auch für Toleranz und Respekt im Umgang miteinander und für ein weltoffenes Deutschland.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Deutschland ist ein Land der Vielfalt. Migration ist ein selbstverständlicher Teil unserer Geschichte. Wir waren ein Auswandererland und sind jetzt seit langem Einwanderungsgesellschaft, auch wenn manche das noch immer nicht wahrhaben wollen.
Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch hat diesen Widerspruch in einem unübertrefflichen Satz auf den Punkt gebracht: „Wir haben Arbeitskräfte gerufen und gekommen sind Menschen.“ Es hat bis zur Jahrtausendwende gedauert, bis mit der rot-grünen Bundesregierung auch die überfällige politische Richtungsänderung vollzogen wurde. Das überfällige Einwanderungsgesetz, das wir vorgeschlagen hatten, scheiterte an der schwarz-gelben Bundesratsmehrheit und leider müssen wir noch heute dafür kämpfen.
Seit zwei Jahren ist die Debatte um Integration einem harten Stresstest ausgesetzt. Die Herausforderung, die durch die hohe Zahl von Schutzsuchenden entstanden ist, hat den Fokus ziemlich verrückt. Wir mussten uns um Unterbringung, um Schul- und Kitaplätze, um bürokratische Verfahren und um Sprachkurse für Geflüchtete kümmern. Vieles andere ist dabei in den Hintergrund gerückt.
Den Zusammenhalt zu wahren, ist eine zentrale politische Aufgabe und zugleich ein kontinuierlicher Auftrag. Das gilt natürlich auch für alle, die neu in unser Land kommen. Hier müssen wir Wege finden, damit Einwanderer einen schnellen Einstieg finden – egal, ob sie bei uns Schutz suchen oder Arbeit.
Es reicht nicht zu sagen „wir schaffen das“. Man muss dann auch die Voraussetzungen schaffen, damit das gelingt. Ohne die tausenden Ehrenamtlichen und die Kommunen, die sich teilweise weit über ihre Belastungsgrenzen engagiert haben, wäre unser Staat in den letzten Jahren an dieser Aufgabe gescheitert.
Es sind heute viele unter Ihnen – wenn nicht die große Mehrzahl – die sich von Berufswegen und oft über das Normalmaß hinaus engagiert haben, die geholfen haben, sei es im Sprachunterricht, sei es in einer Flüchtlingsunterkunft, durch Begleitung bei Behördengängen oder durch tägliche Unterstützung und Hilfe.
In den vergangenen beiden Jahren haben die helfenden, engagierten Menschen in Deutschland bewiesen, dass sie Willy Brandts Credo: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“ auch für jene Menschen gelten lassen, die in unser Land kommen.
Bürgerschaftliches Engagement ist ungemein wichtig, weil es Einstellungen von vielen prägt. Es gibt Orientierung auch für diejenigen, die sich nicht beteiligen. Und es ist der Kitt jeder Gesellschaft. Aber gleichzeitig muss der Staat seine Handlungsfähigkeit beweisen, gleichzeitig benötigen wir eine klare politische Strategie, die Einwanderung ermöglicht und Integration gewährleistet.
Hierfür brauchen wir erstens ein stabiles und solidarisches System, das Einwanderung und Schutz vor Verfolgung klar und verlässlich regelt. Flucht und Zuwanderung sind nicht allein ein griechisches oder ein italienisches oder ein deutsches Problem. Die Flüchtlingsfrage stellt sich für ganz Europa. Kein Land kann dauerhaft alle Flüchtlinge, die zu uns kommen, alleine aufnehmen. Wir brauchen deshalb eine neue Solidarität in Europa, damit die Menschen, die Schutz bei uns suchen, unter allen EU-Staaten gerecht aufgeteilt werden.
Zweitens brauchen wir eine bessere Politik der Fluchtursachenbekämpfung. Dazu gehört nicht nur eine Entwicklungspolitik, die Hilfe zur Selbsthilfe ist, sondern auch die Herrschenden in den jeweiligen Staaten in die Verantwortung nimmt. Eine solche Entwicklungspolitik muss verknüpft sein mit Sicherheits-, Außen-, Handels- und Umweltpolitik.
Wenn wir dieser Mammutaufgabe gerecht werden wollen, müssen wir dafür neben der finanziellen auch die institutionellen und organisatorischen Voraussetzungen schaffen. Eine Sonderbeauftragte im Kanzleramt reicht dabei nicht. Die Zuständigkeiten für Migration und Integration in der Bundesregierung sind heute auf zu viele Ministerien verteilt.
Wir sollten diese Zuständigkeit ministeriell bündeln und künftig an ein starkes Fachministerium andocken. Das kann das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sein oder auch das Familienministerium. Ein Ministerium jedenfalls, das diesem wichtigen Zukunftsthema deutlich mehr Gewicht und Bedeutung garantiert. Ein Ministerium, das über die entsprechenden Mittel und den politischen Willen verfügt, um dieser wichtigen Zukunftsaufgabe gerecht zu werden.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Deutschland ist ein Einwanderungsland, wir sind eine Einwanderungsgesellschaft. In einem Einwanderungsland ist Integration der Schlüssel für sozialen Zusammenhalt. Und der Schlüssel für Integration ist vor allem die Sprache. Deshalb freue ich mich, heute mit Ihnen das 20-jährige Jubiläum des Instituts für Sprachen und Kommunikation zu feiern. Denn hier wird das geleistet, was für mich selbst Leitlinie meines Handelns war: Menschen Chancen zu eröffnen, sie zu befähigen, aus eigener Kraft, ihr Leben zu gestalten.
Soziale und kulturelle Teilhabe sind wichtige Ziele Ihrer Arbeit. Das zeigt sich schon am Institutsprogramm. Das ISK bietet nicht nur den Erwerb der Sprachkenntnisse zu den Unterrichtszeiten, sondern darüber hinaus ein Kultur- und Freizeitprogramm, mit dem soziale Integration und kulturelle Teilhabe ganz unmittelbar, ganz konkret und ganz persönlich verwirklicht wird. Ob in Kunst- oder Fotoprojekten, bei gemeinsamen Ausflügen und Exkursionen, auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Kegeln: Offenheit und Mitmenschlichkeit werden im ISK großgeschrieben.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Ihnen allen und stellvertretend für alle Herrn Heymann möchte ich meinen ganz besonderen Dank für dieses außerordentliche Engagement zum Ausdruck bringen. Die Professionalität, die Qualität an Ihrer Schule, aber gerade eben auch die gelebte soziale und kulturelle Teilhabe, Begegnung und der Dialog an Ihrem Institut sind die wertvolle Basis für eine gelingende Integration.
Haben Sie dafür ganz herzlichen Dank – und machen Sie weiter so, mindestens für die nächsten 20 Jahre!

Doris Schröder-Köpf
MdL

Doris Schröder-Köpf
MdL
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Besucherinnen und Besucher der Internetseite des Instituts für Sprachen und Kommunikation e.V. in Hannover,
Sprache ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe. Wer die Sprache des Landes, in dem er lebt, nicht kennt, wer sich nicht verständigen kann, der fühlt sich ausgeschlossen und weiterhin fremd. Sprachinstitute wie das Institut für Sprachen und Kommunikation e.V. in Hannover (ISK) leisten somit einen enorm wichtigen Beitrag nicht nur bei der sprachlichen, sondern auch bei der kulturellen und sozialen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Insbesondere vor dem Hintergrund der vielen Menschen, die in den vergangenen zwei Jahren aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt zu uns geflüchtet sind und weiterhin fliehen, wird dies noch einmal mehr als deutlich. Niedersachsen braucht vielfältige Angebote an Sprachinstituten wie die des ISK, damit Integration überhaupt gelingen kann.
Das Institut für Sprachen und Kommunikation e.V. leistet hierbei als Anbieter von Sprachkursen und Berufsqualifizierungsangeboten einen ganz erheblichen Beitrag. Vor 20 Jahren gegründet, ist das Institut heute zu einem mittelständischen Unternehmen mit drei Standorten, insgesamt 45 Angestellten und mehr als 35 freien Dozenten herangewachsen. Nach der Anerkennung als Integrationskursträger 2005 folgten das lizenzierte Testzentrum telc und TestDaF sowie die Zertifizierung nach LQW 3 und AZAV. Das ISK zeichnet sich aber nicht nur durch hohe Qualitätsstandards aus. Auch Kriterien der interkulturellen Kompetenz und Geschlechtergerechtigkeit werden vorbildlich eingelöst. Bisher haben bereits mehr als 20.000 Menschen aus der ganzen Welt Deutsch im ISK gelernt.
Das Institut für Sprachen und Kommunikation ist für Hannover und die Region eine große Bereicherung und wichtige Stütze bei der Integration unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund. Dem ISK und seinem gesamten Team wünsche ich viele weitere erfolgreiche Jahrzehnte für die Integration und Teilhabe in Niedersachsen.

Regine Kramarek
stellvertretende Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover

Regine Kramarek
stellvertretende Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover
Sehr geehrte Frau Bulmahn, sehr geehrte Frau Ostmeyer, sehr geehrter Herr Heymann, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ISK, liebe Freunde und Gäste,
meinen kurzen Festbeitrag möchte ich beginnen mit einem Zitat von Kurt Tucholsky, das lautet:
„Wer auf andere Leute wirken will, der muss erst einmal in ihrer Sprache mit ihnen reden“.
Dass Sie in Ihren 20 Jahren Sprachschule mehr als 20.000 Menschen diese Möglichkeit des Wirkens vermittelt haben, verdient allerhöchsten Respekt, Dank und Glückwunsch!
Den überbringe ich Ihnen heute im Namen der Landeshauptstadt natürlich sehr gerne und bedanke mich für Ihre Einladung an unseren Oberbürgermeister, den ich heute vertreten darf.
Das Vermitteln einer Sprache und auch das Erlernen einer Sprache – beides – kann man in weitestem Sinne als einen Beitrag zur Völkerverständigung sehen; also über das Ziel des Spracherwerbs zwecks Kommunikation und die sich ergebenden beruflichen Perspektiven hinaus. Das ist wunderbar und passt gut zu unserer internationalen Stadt Hannover, die Sie übrigens in Ihrem Jubiläumsprogramm so hervorragend komprimiert vorgestellt und schmackhaft gemacht haben, wie ich es bisher noch nicht erlebt, bzw. gelesen habe.
Ja, Hannover ist ein guter Ort, um die deutsche Sprache zu lernen, wegen der Qualität des Deutschs, das hier gesprochen wird. Aber auch alle anderen Sprachen werden hier vermittelt und gesprochen. Nicht nur durch 10 Hochschulen mit internationalen Studierenden, sondern auch als Wissenschaftsstandort, Messe- und Konferenzstadt und als Zufluchtsort für Geflüchtete bieten wir hier über 180 Kulturen eine Heimat und dank vieler Sprachschulen auch die Möglichkeit, hier bestmöglich die Sprache zu erlernen und sich zu integrieren oder mit der erlernten Sprache in der eigenen Kultur den wirtschaftlichen Dialog mit Deutschland zu befördern.
Viele Menschen, denen ich begegne, sprechen 2 oder mehr Sprachen. Das bewundere ich zutiefst, bin ich doch selbst eine, die sich mit dem Erlernen einer Sprache immer schwer getan hat. Gerade Kinder und Jugendliche wachsen in unserer vielfältigen Welt oft mehrsprachig auf, lernen dann noch in der Schule vielleicht eine dritte Sprache und haben somit schon eine Grundlage für den internationalen Dialog, wie ich das niemals mehr erreichen würde. Unter Geflüchteten begegne ich schon mal welchen, die aufgrund ihres Fluchtweges 6 oder 8 Sprachen sprechen. Da fällt mir dann immer ein Zitat von Jean-Paul Belmondo ein, das heißt: „Auch ein Mensch, der zwanzig Sprachen beherrscht, gebraucht seine Muttersprache, wenn er sich in den Finger schneidet.“
Die ist natürlich immens wichtig und trotz aller Integrationsbemühungen nicht zu vernachlässigen, denn die kulturellen Wurzeln sind verantwortlich für Stabilität auf dem Weg durch unsere global ausgerichtete Welt.
Ihre Sprachschule ist eine der größten in Hannover und ich muss Ihnen selbst nicht erzählen, wie gut Sie aufgestellt sind. Örtlich, inhaltlich und technisch sind Sie beispielhaft ausgestattet und man kann Sie auch hier beglückwünschen.
Wir sind sehr glücklich, Sie in der Stadt zu wissen und verstehen Sie als Partner in dem gemeinsam anvisierten Ziel, das gegenseitige Verständnis der Kulturen und Menschen zu ermöglichen.
Hannoversche Unternehmen, die europa- und weltweit agieren, sind auf mehrsprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Deshalb ist Ihr Angebot auch für uns mehr als aktuell und ich bedanke mich für Ihre wertvolle Arbeit.
Für Ihr Unternehmen weiterhin viel Erfolg, viele Teilnehmer*innen in den nächsten Jahren und viel Spaß bei der heutigen Jubiläumsfeier.

Gerd Heymann
Geschäftsführer des Instituts für Sprachen und Kommunikation e.V.

Gerd Heymann
Geschäftsführer des Instituts für Sprachen und Kommunikation e.V.
Sehr geehrte Frau Bulmahn, sehr geehrte Frau Kramarek, liebe Gäste, liebe Freunde,
ich freue mich sehr, dass heute so viele Gäste hier sind und wir diese 20 Jahre gemeinsam feiern. Ich habe lange überlegt, ob wir so ein großes Fest machen wollen, weil es im Alltag, Sie kennen das alle, sehr schwierig ist, einen Punkt zu setzen und zu sagen, ja, wir wollen jetzt feiern, ja, wir wollen uns die Zeit nehmen, ja, wir wollen uns das Geld nehmen und ja, wir wollen das machen.
Es waren schwierige Zeiten und ich habe trotzdem gesagt, es ist wichtig, so einen Punkt zu setzen, sich zurückzulehnen und zu überlegen: Was haben wir eigentlich geschafft in den letzten 20 Jahren?
Ich komme auch gleich nochmal auf die warmen Worte von Frau Bulmahn und Frau Kramarek zurück, die gutgetan haben, auch auf die ein oder andere Meinungsverschiedenheit. Zu lang will ich es aber nicht machen, denn wir wollen ja auch essen und Musik hören.
1997, was war da eigentlich los?
Es gab noch kein Zuwanderungsgesetz. Helmut Kohl war Bundeskanzler. Borussia Dortmund hat die Champions League gewonnen. Hannover 96 hat in der Regional Liga Nord gespielt. Ich hatte noch keine grauen Haare. Und wir haben das ISK gegründet. Und das war nicht einfach.
Frau Bulmahn hat es schon angesprochen. Es gab eine Vorgängergesellschaft, die Gesellschaft für Jugendberufshilfe e.V., die 1978 gegründet wurde. Das war ein Verein, eine Initiative mit sehr viel Engagement, vielen Sozialarbeitern und gesellschaftlich engagierten Menschen.
1990 habe ich als Dozent für Deutsch als Fremdsprache angefangen, dort zu arbeiten. Ich selbst habe dort eine ABM Stelle, eine „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ bekommen. Und dieser Verein stand kurz vor der Insolvenz. Ich habe kein Gehalt mehr bekommen und alle freiberuflichen Dozenten kein Honorar.
Und die große Frage war, was machen wir? Werden wir arbeitslos? Fügen wir uns dem Ganzen? Oder ergreifen wir die Initiative?
Ich habe mich dazu entschlossen, trotz vieler Warnrufe, ich glaube sie waren zahlreicher und lauter als die, die gesagt haben „Probiere es!“ , den Verein zu gründen. Wie macht man so etwas ohne einen Pfenning Geld?
In dieser Zeit habe ich mit allen gesprochen, die dort gearbeitet haben und 90% der Dozenten und Mitarbeiter haben tatsächlich gesagt: „Wir geben euch unser Gehalt und unser Honorar, das wir nicht bekommen haben als Darlehen, um diesen Verein zu gründen.“
Wir haben mit diesem wenigen Geld und dem Geld von einem Freund, der uns Geld geliehen hat, angefangen. Wir sind mit diesem wenigen Geld gestartet und haben von Woche zu Woche, von Monat zu Monat, von Quartal zu Quartal, von Jahr zu Jahr geplant. Mittlerweile denken wir nicht mehr von Jahr zu Jahr – die Planungsunsicherheit ist zwar immer noch da – sondern in etwas größeren Zeiträumen.
Wir haben es in dieser Zeit geschafft, dass über 20.000 Menschen bei uns gelernt haben. Der Opernplatz wäre mit allen Teilnehmern sicher gut gefüllt. Das Ganze war nur möglich, weil wir so engagierte und tolle Mitarbeiter hatten. Seit 1997 haben über 300 Menschen bei uns gearbeitet und ich kann sagen, dass es unter den Mitarbeitern und Dozenten wirklich nur eine Handvoll Personen gab, bei denen es auch mal Probleme gab. Der überwiegende Teil unserer Mitarbeiter war sehr motiviert, sehr engagiert und mit voller Leidenschaft jeden Tag dabei. Das war für mich der eigentliche Grund, diese Jubiläumsfeier für unsere Mitarbeiter, für alle, die im ISK gearbeitet haben – manche nur ein paar Monate, manche ein paar Jahre und viele glücklicherweise immer noch – zu organisieren.
Ich möchte mich bei allen ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern des ISK ganz herzlich bedanken – ohne euch wären wir nicht das, was wir heute sind.
Jeder der mich kennt weiß, dass ich mich nicht scheue, auch kritische Dinge zu sagen. Als es um die Redebeiträge ging, habe ich die eine oder andere Forderung aus meiner Sicht formuliert und aufgeschrieben. Ich möchte jetzt nicht auf alle kritischen Punkte eingehen, das könnte man sicherlich besser bei einem Glas Wein miteinander besprechen und diskutieren. Aber ein paar Dinge möchte ich doch dazu anmerken.
Dass es uns hier gibt, ist wirklich der Arbeit aller Mitarbeiter mit ganz viel Engagement, mit ganz viel Gehalts- und Lohnverzicht zu verdanken, gerade im Vergleich zu anderen Berufsgruppen und natürlich mit ganz viel Durchhaltevermögen.
Wir haben viele Phasen gehabt, in denen man nicht wusste, wie geht es weiter? Aber wir sind uns immer treu geblieben. Wir haben immer gesagt, die Vermittlung von Deutsch, die Integration von Menschen, das ist das, was wir können und, ich sage das jetzt mal einfach: Das können wir verdammt gut!
Wir haben natürlich auch immer mal rechts und links geschaut, haben uns gefragt, ob wir andere Dinge machen sollen, auch aufgrund der Planungsunsicherheit. Aber am Ende haben wir gesagt, wir machen das, was wir am besten können.
Und wenn Sie zurückdenken, wie das vor 20 Jahren war oder selbst noch vor 10 Jahren, da war es so, dass das Thema Migration und Flüchtlinge für die meisten großen Bildungsträger ein Randthema war, das man mitmacht, um diesen Effekt der Zielgruppe mitzunehmen, aber das war kein Thema, das große Bildungsketten interessiert hat.
Wir wurden teilweise ein wenig belächelt, mit dieser Zielgruppe zu arbeiten. Wenn wir zurückdenken an die sogenannten Gastarbeiter, mit denen wir schon gearbeitet haben, bis hin zu dem Begriff „Menschen mit Migrationshintergrund“, dann war diese gesellschaftliche Wandlung vor 20 Jahren nicht vorstellbar.
Wir haben von Anfang an mit diesen Menschen gearbeitet und wir werden das auch in Zukunft machen. Erst als mehr Geld für diese Zielgruppen am Bildungsmarkt war und für einige Ketten dann erkennbar war, vielleicht auch etwas vom Kuchen abzubekommen, haben sich auch andere Bildungsträger in dieses Metier gestürzt.
Was wir versucht haben, ist eben nicht nur die gute Arbeit, die gute Qualität nach außen zu geben, sondern auch zu versuchen – und das ist nicht einfach – diese Werte nach innen zu leben. Für mich ist es der größte Anreiz nach innen zu meinen Mitarbeitern ein Wertesystem zu entwickeln, das auf Fairness, auf Kooperation und auf Transparenz beruht.
Diese Werte möchten wir auch an unsere Teilnehmer weitergeben. Es war und ist nicht so einfach, das umzusetzen, gerade vor dem Hintergrund, dass es im Vergleich zu anderen Berufsgruppen relativ geringe Gehälter gibt. Keiner, der reich werden möchte, arbeitet in der Erwachsenenbildung, in der Bildungsbranche. Das hat etwas damit zu tun, dass es die entsprechende Lobby nicht gibt und das hat auch etwas damit zu tun, dass es die entsprechende gesellschaftliche Anerkennung nicht gibt. Gerade für den Bereich der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten wächst das erst in den letzten Jahren.
Wir haben es trotzdem geschafft und sind mittlerweile innerhalb der Bildungsträger ein attraktiver Arbeitgeber geworden. Wir haben einen eigenen Haustarif entwickelt, der transparent ist und mit allen Mitarbeitern entwickelt wurde. Wir haben ein Organisationsmodell im ISK entwickelt mit einem Führungsteam, Projektleitern, Projektassistenten, Dozenten und pädagogischen Mitarbeitern und Rahmbedingungen geschaffen – und das ist für uns immer das Wichtigste – die gutes Lernen und gutes Lehren möglich machen.
Und das haben wir, auch mit Blick auf die Räumlichkeiten und die technische Infrastruktur an allen Standorten, ganz gut hinbekommen. Natürlich nur mit Hilfe von allen Mitarbeitern und dazu zählen, möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen, auch alle unsere Dienstleister. Wir haben ganz tolle Handwerker, mit denen wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten, mit manchen gibt es eine fast bereits eine 10 bis 15-jährige Zusammenarbeit. Ob es die EDV ist, ein Getränkelieferant oder ob es die Menschen sind, die hier für uns putzen.
Also, ich will sagen, wir versuchen diese Fairness, diese Kooperation und diese Werte, die wir vermitteln, eben nicht nur nach außen zu vermitteln, sondern auch nach innen zu leben. Dass das nicht immer gelingt, dass mache Leute unzufrieden sind, dass es auch mit mir nicht immer einfach ist, auszukommen – das ist klar, keine Frage. Aber ich glaube, wer uns kennt oder schon länger bei uns arbeitet und sich ernsthaft mit uns auseinandersetzt, der kann das bestätigen.
Ja, ich könnte jetzt noch lange erzählen, ich will jetzt nicht ins Reden kommen – wir sind jetzt alle gespannt, was als nächster Programmpunkt kommt. Und deswegen möchte ich jetzt zum Abschluss kommen und uns allen einen schönen Abend im ISK wünschen.
Vielen Dank!
1997 - 2017 – 20 Jahre ISK-Jubiläumsfeier: Tolle Redner, viele Gäste, leckeres Essen, schöne Musik, Zaubereien und eine Geburtstagstorte. Zum offiziellen Festakt gab es Grußworte von Frau Kramarek, der stellvertretenden Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover und von Frau Schröder-Köpf, der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen sowie Reden von Gerd Heymann, dem Geschäftsführer des ISK und von Frau Bulmahn, der Vizepräsidentin des deutschen Bundestages: „Die Professionalität, die Qualität an Ihrer Schule, aber gerade eben auch die gelebte soziale und kulturelle Teilhabe, Begegnung und der Dialog an Ihrem Institut sind die wertvolle Basis für eine gelingende Integration.“
Click & Walk – ein Kunstprojekt mit einem Integrationskurs
Fotoprojekt Click & Walk
Fotografie macht Vorstellungen sichtbar und ist häufig unser erster Eindruck von einem Ort, einer Region oder auch einer Person. Sie prägt unser Heimatbild, wie unser Weltbild. Fotografien werden über Ländergrenzen hinweg weltweit kommuniziert. Sie hat sich zu einer modernen Form von Sprache entwickelt. Mit FlickR oder Instagram sind Instrumente entstanden, die es jedem überall ermöglichen Fotos im Netz zuzeigen. In den Print Medien verändert sich das Verhältnis zwischen Text und Bild rasant. Online ist dieser Wandel bereits vollzogen. Technisch erzeugte Bilder wie Fotografie und Film sind die Schlüsselmedien zum Verständnis unserer Kultur, denn bevor ich diese erlebe, habe ich ihren"Ausdruck" vor meinen Augen. Ich fotografiere - und teile mit: So sieht es hier aus! Ich empfange ein Bild und meine zu wissen: So sieht es dort aus! Es scheint, als könnte jeder mit der digitalen Technik umgehen, so wie jeder ein Bild zur Heimat in sich trägt. Jedoch gibt es eine große Differenz zwischen dem, was ich sehe, dem, was ich fotografiere, dem, was ich später auf Bildern sehe und dem, wie diese Bilder von unterschiedlichen Betrachtern interpretiert werden. Da sind Kenntnisse über das Fotografieren und die Wirkweisen fotografischer Bilder unabdingbar.
Im Fotoseminar Teil 1 erlernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Umgang mit der Kameraund probieren die Möglichkeiten der Fotofunktion ihrer Handys aus. Sie werden die Fotografie als Medium der Verständigung kennenlernen. Wir zeigen uns gegenseitig die Bilder auf dem Display und überprüfen den Bildausschnitt und die Perspektive. Wir sprechen über die Unterschiede zwischen Realität und Abbild, entdecken aber auch die Unterschiede zwischen der "alten" und der "neuen" Heimat. Der Workshop findet in deutscher Sprache statt, sodass über die Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung und das Fotografieren die deutschen Sprachkenntnisse und der Wortschatz erweitert wird. Der praktische Teil des Seminars findet an unterschiedlichen Orten in Hannover-Mitte statt. Wir sind zu Fuß und mit der Stadtbahn unterwegs, lernen die unterschiedlichen Orte im Zentrum Hannovers kennen. Fragen zu Persönlichkeitsrechten, wie das Recht am eigenen Bild werden angesprochen und unausgesprochene Regeln im Umgang mit der Fotografie diskutiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die Stadt durch den Sucher der Kamera kennen und bekommen ein Gefühl für den fotografischen Blick. Die Fotografie legt die Auseinandersetzung mit dem eigenen "Standpunkt" nahe und fordert zur Einnahme des eigenen Blickwinkels heraus. Im Kontrast zu vielen anderen Kulturen, gelten Deutsche als direkt und in ihrem Verhalten häufig als hart. Die digitale Fotografie ist ein Weg eindeutige Entscheidungen zu treffen - für dieses gegen jenes Bild. Diese Entscheidungen werden wir lernen zu treffen, aber auch zu hinterfragen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren in der Gruppe, dass es für einen Ort die unterschiedlichsten Sichtweisen gibt. Sie tauschen sich über die Blicke aus und setzen sich mit der differenten Wahrnehmung aller Teilnehmer/innen auseinander. Fotografie wird auf diese Weise zu einer intensiven Form des Austausches und der Kommunikation. Sie erfahren, dass es in der Wahrnehmung kein "höher" oder "schneller" gibt. Sie lernen sich über Bilder auf eine neue Art kennen. Und vielleicht erlöst die Fotografie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen Moment von der Sprache ...
Im 2. Teil des Kunstprojektes wählt jeder Teilnehmer/in für eine Ausstellung imISK Fotografien aus. Wir sprechen über die Fotos und suchen Wörter, das im Bild festgehaltene zu beschreiben und einzuordnen. Wir thematisieren den Unterschied zwischen dem Bild und der real erlebten Situation. Anschließend werden die Dateien der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Kursleiter für den Druck vorbereitet und vom Fotolabor auf Fotopapier gesprintet. Die Fotografien sind gegenständlich, materiell. Sie werden von derGruppe gerahmt und für die Präsentation gehängt.
Der 3. Teil des Projektes ist die Fotoausstellung. DieTeilnehmerinnen und Teilnehmer stellen ihr Bild von Hannover den Hannoveranernim Rahmen einer feierlichen Eröffnung vor. Die Ausstellung ermöglicht dasGespräch über die unterschiedlichen Wahrnehmungen unserer Stadt. Der Dialogzwischen Neu- und Alt Hannoveranern hat einen Bezug. Die Ausstellung ist ein"stilles" Zeichen für Alle: Willkommen in der Neuen Heimat.
Ausstellungseröffnung am 11.03.2017
Viele Besucher, Live-Musik aus Bulgarien, tolle Fotos und zufriedene Teilnehmer: „Das Fotoprojekt wäre ohne die finanzielle Unterstützung der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und den Bezirksrat Hannover- Mitte nicht möglich gewesen wäre“, so Gerd Heymann, der Leiter des ISK. Der Bezirksbürgermeister Hannover-Mitte, Herr Michael Sandow war begeistert von der Ausstellung: „Solche partizipativen Projekte fördern die Integrationsarbeit in Hannover. Mehr davon!“ Uwe Stelter, der das Projekt konzipiert und geleitet hat, stellte das Projekt und die Teilnehmer aus Syrien, Afghanistan, Ukraine, China, Litauen, Kasachstan, Tunesien, Bulgarien, Italien und der Dominikanischen Republik vor. „Es hat viel Spaß gemacht, mit Menschen aus verschiedenen Ländern zu arbeiten und die unterschiedlichen Blickwinkel und Perspektiven zu erleben. Die Ausstellung ist absolut sehenswert.“
Der Künstler
Uwe Stelter lebt und arbeitet inHannover. Seit 1990 entwickelt Uwe Stelterinnovative Foto- und Kunstprojekte. Wanderungen durch Stadt und Land verbindeter mit serieller Fotografie (NIEMANDSZEIT, die Passage, Skyline Walk,Landscanning Region, etc.) Seit 2007 führt Uwe Stelter mitunterschiedlichsten Teilnehmern, die von ihm entwickelte Click & WalkWorkshops und partizipativen Kunstprojekte zu Wahrnehmung und Fotografie inunterschiedlichen Städten mit unterschiedlichsten Gruppen durch:
Click & Walk. Für Alle II Cklick& Walk. In Essen II Click im Kloster II Cklick im Scooter ( mitJugendlichen aus Schaustellerfamilien) II CLICK in Laatzen (mit Jugendlichenaus 14 unterschiedlichen Herkunftsländern einer Sprachlernklasse II Der Waldund die Bäume (Jugendliche mit ohne Aspergersyndrom), etc.
Er arbeitet mit Kunstvereinen, der Klosterkammer Hannover, Volkshochschulen, Kommunen, Stadtteilzentren,Kirchengemeinden oder der Leibniz Universität Hannover zusammen.
2008 wurde er für seine Arbeiten mitdem pro visio Kulturpreis von der Stiftung Kulturregion Hannover ausgezeichnet.Die Serie ‘‘EINE STADT‘‘ machte ihn einer großen Öffentlichkeit bekannt. Seine Fotografien sind in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehn.
Waldemar Mirek: “Turmbau zu Babel“
Waldemar Mirek: “Turmbau zu Babel“, ISK, 13. März 2015
Auszüge aus der Eröffnunsgrede und Einführung zur Ausstellung:
Meine Damen und Herren, ich möchte ein paar Gedanken vortragen zum Werk von Waldemar Mirek: “Der Turmbau zu Babel“.
Na endlich, kann man sagen, na endlich bezieht ein Künstler eine klare Position, äußert sich mutig, weicht nicht aus, zelebriert nicht seine Weltabgewandtheit, versteckt sich nicht in seinem Elfenbeinturm. Mischt sich ein, weil er davon überzeugt ist, dass es notwendig ist, sich einzumischen. Mirek spricht davon, wie notwendig es ist, miteinander zu sprechen, Verständigung und Verstehen immer wieder anzustreben. Es nutzt nichts, so sagt Mirek, wenn alle nur reden, aber nicht miteinander sprechen. Mirek gestaltet dieses Thema mit seiner Interpretation vom „Turmbau zu Babel“ für uns und unsere Zeit neu.
Mirek macht deutlich: Die Kunst ist das Gedächtnis der Welt.
Es gibt Symbole, die verlieren nichts von ihrer Gültigkeit und ihrer universellen Aussage. Es gibt Symbole, die sind ohne Worte zu verstehen. Ein Kuss. Ein Lächeln. Ein Mensch, der weint, ein Mensch, der lacht. Und es gibt Symbole, an die Geschichten geknüpft sind, die im Gedächtnis der Menschen einen festen Platz einnehmen, die im Gedächtnis der Menschen lebendig bleiben. Ich nenne: Die Vertreibung aus dem Paradies, die Sintflut, der Turmbau zu Babel, der Mythos vom Sisyphus. Diese Symbole zeigen in ihren Bildern Geschichten, die uns ohne Worte vertraut sind. Es sind Bilder, die eine mythische Kraft haben. Diese Bilder gehören zur Menschheitsgeschichte, und weil die Ereignisse, von denen sie sprechen, nicht gelöst sind, sind sie zeitlos-aktuell. Es sind die immer gleichen Themen der Menschen: Glaube, Liebe, Hoffnung, Tod, Gewalt, Verzweiflung, Not. Wenn in der Kunst immer wieder Themen zitiert werden, wenn Themen nicht veralten und immer wieder angesprochen werden, dann heißt das nicht, dass dem Künstler nichts Neues mehr einfällt, sondern es heißt, dass ganz bestimmte Themen nicht gelöst worden sind. Diese Themen werden von den Künstlern immer wieder in Erinnerung gerufen, damit wir nicht selbstgefällig oder überheblich werden oder ganz ohne Hoffnung sind.
Das Bild „Der Turmbau zu Babel“ ist eins der bekanntesten Bilder von Pieter Bruegel.
Pieter Bruegel lebte im heutigen Flandern/Belgien in der Zeit von 1525-1569. Das 16. Jahrhundert war, vorsichtig gesprochen, eine turbulente Zeit, die für die Menschen mit vielfältigen und beunruhigenden Neuigkeiten aufwartete. Die Renaissance hatte begonnen. Luther hatte seine Thesen an die Öffentlichkeit gewuchtet und gleichzeitig gegen die aufbegehrenden Bauern gewettert und gehetzt. Amerika war entdeckt worden. Mexiko und Peru von spanischen Eroberern unterworfen worden, und die Menschen dort grausam vernichtet worden. Der Bauernkrieg zog seine verheerende, mörderische Spur durch große Teile von Europa. Der 30jährige Krieg wütete. Die Pest war ein ständiger Begleiter der Menschen in Europa. Die damalige Welt war in vielfältigem Aufruhr, nicht unähnlich unserer heutigen Zeit. Indem wir die Menschen in einer vermeintlich fernen Zeit zu verstehen versuchen, kann es uns gelingen auch unsere gegenwärtige Zeit besser zu verstehen. Die Gegenwart, jede Gegenwart nimmt für sich in Anspruch, die beste Gegenwart zu sein, die vorstellbar ist. Das ist ein sehr exklusiver Anspruch, der bei genauerer Betrachtung Zweifel entstehen lässt. Immer sind unsere Zustände so, dass sie nach Verbesserung verlangen. In der Kunst kennen wir dieses Verlangen als Klage, Anklage, utopischen Wunschtraum oder als herrische Forderung, dass sich nun endlich die Zustände zum Besseren wenden sollen.
Es ist, wie immer, höchste Zeit für Veränderung. Und dieser Wunsch ist keiner der üblichen uns vorgaukelnden Konsum-verführungen nach schöner, weiter, besser, sondern dieser Wunsch ist ein Wunsch, der das Humane wirklich werden sehen will. Es gibt, so müssen wir leider lernen, glückliche Momente in der Geschichte, aber eben nur Momente. Unser Alltag ist geprägt davon, wie wir die glücklichen Momente uns bewahren, um den weniger glücklichen Stand zu halten. Wir alle kennen ja Erfahrungen, die wir machen, wenn wir einen Namen oder einen Begriff hören. Es fallen uns dann nicht nur die passenden Daten ein, sondern es stellen sich Assoziationen ein, die wir mit diesem Namen oder Begriff verbin den. Der „Turmbau zu Babel“ ist ein Bild und ein Begriff, dessen Bedeutung seit Jahrhunderten in der Vorstellungswelt der Menschen enthalten ist. Es sind nicht immer die gleichen Bedeutungen, die ihm zugeschrieben werden, aber es ist immer ein magischer Begriff geblieben, der selbst ohne eine genaue Vorstellung von seinem Inhalt weiter wirken konnte. In der Bibel, können wir lesen, steht der „Turmbau zu Babel“ für den gemeinsamen Versuch der Menschen einen Turm zu errichten, der bis in den Himmel reicht. Gott, so heißt es, fand keinen Gefallen an der gemeinschaftlichen Arbeit der Menschen. Er verwirrte ihre gemeinsame Sprache, Streit entstand und die Menschen zerstreuten sich über die ganze Erde.
Als der Leiter des ISK, Gerd Heymann, den Künstler und Maler Waldemar Mirek um eine neue Gestaltung des Turmbaus zu Babel bat, hatte er wohl auch die Vorstellung, dass das Bild vom „Turmbau zu Babel“ auch ein Beispiel für die Arbeit des ISK sein könnte, Sprachbarrieren zu überwinden, Verständigung zu fördern. Wie jeder souveräne Künstler hat Waldemar Mirek die Auftragsarbeit des ISK in einem Maße gelöst, die weit über den gestellten - und vermutlich vorgestellten - Auftrag hinausging. Kein Künstler lässt sich in einen Auftrag zwängen, immer entsteht mehr als gewünscht und vorgestellt wird. Das sollte den Auftraggeber entzücken, weil das Mehr an Gestaltung immer ein Mehr an Erkenntnis bedeutet. Mireks Bildfindung steht unter dem stillen Motto: Zitat und Gestaltung. Mirek nimmt das Zitat des Bruegelschen Bildes, nimmt es wörtlich, wie wir im oberen Teil des Bildes erkennen können und findet eine Neugestaltung des Themas, die überzeugend und logisch ist.
Mirek zeigt uns, wie wir immer wieder Möglichkeiten finden, unsere Sprachlosigkeit und Verständnislosigkeit zu überwinden.
Er zeigt uns, was liegengeblieben ist an Botschaften, Nachrichten, Chiffren, Wünschen, verpackt in Briefen, Briefumschlägen, Brieffetzen. Und er zeigt uns, wie die Wege der Verständigung, des Verstehens immer wieder aufgenommen, werden müssen, wollen wir nicht in Sprachlosigkeit, Unverständnis, Nichtverstehen zurückfallen. Immer wieder suchen wir Möglichkeiten, Kanäle, wie wir uns verständigen können. Wir haben keine andere Wahl, als uns zu verständigen, Verstehen zu fördern, wollen wir nicht in Barbarei zurückfallen. Es sind ja immer die, die am lautesten schreien, die uns emotional geschickt zu fassen wissen, die größeren Zuspruch finden. Die Wenigen, die Verständnis, Verstehen, Aufklärung immer wieder zu fördern versuchen, sind in der Minderheit.
Und doch spricht die Menschheit immer wieder von jenen, die die Humanität fördern wollten. Es sind die Künstler, die uns lehren zu träumen und zu fordern, dass eine humane Welt wirklich werden soll. Wir haben alle Mittel dazu. Institutionen wie das ISK tun
das ihre dazu, um Verständigung und Verstehen im Alltag praktisch zu leben. Bei Lessing können wir lesen, dass die Erziehung dem Menschen nichts gibt, was er nicht aus sich selbst haben könnte: Sie gibt ihm das, was er aus sich selbst haben könnte, nur geschwinder und leichter. In diesem Sinn wirken alle Künstler. Wir sollten das nutzen. Für uns alle.
G. Schmidt, 13.03.2015
Waldemar Mirek: „Lebenslinie – Mal mir bitte dein Leben“
„Lebenslinie – Mal mir bitte dein Leben“ ist ein Kunstprojekt mit internationalen Kursteilnehmern am ISK Hannover.
Jeder, wenn auch nur für einen Moment, fragt sich, was das Leben ihm gebracht hat? Was hat man erreicht? Was könnte man vom Leben erwarten? Was träumt man für die Zukunft?
Normalweise hat man keine Zeit für lange Überlegungen, deswegen konzentrieren wir uns in diesem Projekt auf das Gefühl in diesem konkreten Moment und auf die Emotionen der Kursteilnehmer. „Mal mir bitte dein Leben“ ist eine kurze Aktion auf einem Kunststoff-Bild im Format 10x10 cm, auf dem die Teilnehmer ihre Gefühle künstlerische darstellen. Auf einem separaten Blatt Papier erzählen die Teilnehmer in maximal fünf Sätzen über ihr Leben: Wie war es? Wie ist es jetzt? Wovon träumen die Teilnehmer?
Diese individuellen, persönlichen, kleinen Bilder und kurzen Texte werden zu einem „Kunstobjekt“ zusammengestellt. Es wird eine Art „Patchwork“ mit dem Titel „Lebenslinie(n)“ entstehen, die die Handlinien und Fingerabdrücke der Hand symbolisieren, in der das Leben in seinen Farben und Schattierungen dargestellt wird. Diese künstlerische Aktion will eine Bindung zu den Teilnehmenden des interkulturellen Sprachunterrichts am ISK schaffen und bietet damit eine interessante Möglichkeit des interkulturellen Dialogs.
Ursachen und Auswirkungen: Einer der wichtigsten Gründe für die Entstehung des Projekts war die aktive Teilnahme des Künstlers über mehrere Monate an Sprachkursen im ISK und der Kontakt mit vielen Menschen aus verschiedenen Ländern. Alle hatten unterschiedliche Emotionen und Erfahrungen, die einerseits mit dem Leben in ihrer Heimat und andererseits mit der teilweise unsicheren Existenz in Deutschland verbunden waren. Während des Unterrichts gab es oft sehr interessante Diskussion über das Leben. Mit der Ausstellung sucht Waldemar Mirek den Dialog über das Leben mit Hilfe verschiedener Ausdrucksmittel.
Hannover, April 2012
Zwiegespräch – vier Maler aus Hannover stellen im ISK aus
Zwiegespräch“ – Ausstellung vom 23.10.-11.12.2009 im ISK
Die hannoverschen Maler Harald Fitschen, Bernhard Kock, Lorenz Preuß, Edgardo Ulloa stellen aus.
Zwiegespräch - Vier Maler aus Hannover zeigen ihre Bilder im Institut für Sprachen und Kommunikation. „Farbe spricht dort am reinsten, wo sie alleine spricht“, sagt Günter Schmidt. Durch die Zusammenstellung und Präsentation der Werke von Harald Fitschen, Bernhard Kock, Lorenz Preuß und Edgardo Ulloa entsteht ein offener Dialog im Spannungsfeld von Farbe, Form und Raum.
Großes Finale zur Ausstellung „Zwiegespräch“ am 11.12.2009 im ISK
Die hannoverschen Maler Harald Fitschen, Bernhard Kock, Lorenz Preuß, Edgardo Ulloa stellen aus.
Rund 300 Gäste waren bei der Vernissage zur Ausstellung „Zwiegespräch“ im ISK und zahlreiche weitere Besucher haben die Ausstellung bis jetzt besichtigt. Das ISK präsentiert 65 Bilder der vier hannoverschen Maler Harald Fitschen, Bernhard Kock, Lorenz Preuß und Edgardo Ulloa. Am 11.12.2009 laden wir herzlich ein zur Finissage. Finaler Höhepunkt: Die Künstler Harald Fitschen, Bernhard Kock und Edgardo Ulloa werden sich musikalisch präsentieren.










































































































































































































