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| Integrationskurse – Malprojekt |
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| Wir malen gemeinsam ein Bild |
| Alphabetisierungskurs Januar bis November 2009
- Kursleiterin: Petra Marotz |
Ein ganzes Jahr Deutschunterricht, jeden Wochentag,
4 Unterrichtsstunden, mit anfänglich fremden Menschen aus unterschiedlichen Kulturen: das ist für alle Teilnehmer/innen eines Integrationskurses eine neue spannende (aber auch
nicht immer einfache) Erfahrung. |
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So ging es ihnen, 10 Frauen und Männer im Alter zwischen 27 und 57 Jahren aus 6 unterschiedlichen Herkunftsländen und
mir als deutscher Kursleiterin im Januar 2009. |
| Bis auf einen jungen Mann aus dem Irak, lebten alle Teilnehmer seit 12 bis 30 Jahren mit ihren Familien in Hannover Der Schulbesuch in ihren Heimatländern überschritt selten 4 Jahre. Ihre schriftlichen Deutschkenntnisse waren gering. Größtenteils waren sie in ihren muslimischen Kulturen verhaftet. |
| Überraschend und zugleich schön war es für mich, mitzuerleben, wie schnell sich trotz aller Unterschied-ichkeiten eine fröhliche, aktiv arbeitende Gruppe bildete. Ob sie die verschiedenen Vokale differenzieren lernten, oder auf einem Markt deutsche Begriffe für Obst und Gemüse kennenlernten, sie waren immer begeistert dabei. |
Bei einem Dozentenmeeting bekamen wir von einem unserer Geschäftsführer die Anregung, in I-Kursen längerfristige
Projekte zu planen und durchzuführen.
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Spontan kam mir der Gedanke, dies am Ende des Lehrgangs
mit meiner Gruppe umzusetzen. Szenisch dargestellte oder schriftliche Aktivitäten kamen aufgrund der Vorkenntnisse nicht
in Frage. |
| Aber wie wäre es, wenn die 7 Frauen, die zu diesem Zeitpunkt noch den Kurs besuchten, zusammen ein Bild malten, in dem sie farblich und frei nach ihren Gefühlen gestalten und darstellen konnten, wie ihnen das Jahr bei uns im ISK gefallen hat. |
| "Ich kann nicht malen", "Ich nie gemalt", "Wo malen?", waren die ersten Reaktionen auf diesen Vorschlag. |
| Innerhalb von zwei Monaten sprach ich das Thema immer wieder in kurzen Sequenzen an. Die anfängliche Scheu wich immer mehr dem Interesse, sich auf etwas noch nie Getanes einzulassen. |
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Und so gingen wir zusammen einkaufen.
Zuerst die Leinwand 1,00 x 1.20 m. Dann die Acrylfarben: "Hier sind ja hundert!“ "Nur 5 Farben hat Petri gesagt!" "Welche sollen wir nehmen?" |
| Zum Schluss die Malutensilien. In einem 1 Euroshop trafen die Frauen auf vertraute Dinge, die sie aus ihrem Haushalt kannten und die kurzerhand zu Malwerkzeug umfunktioniert wurden: Backpinsel wurden Malpinsel. Und auch mit Abwaschtüchern und – schwämmen wurde Farbe aufgetragen. In Schuhabtropfschalen aus Plastik wurden die Farben gemischt. |
| Der Eifer und die Neugier waren groß. "Das Malatelier" wurde von den Frauen mit Zeitungspapier farbklecksresistent vorbereitet und dann entstand nach und nach in gemeinsamer Arbeit ein Bild, auf das alle stolz waren. |
| Alle waren ohne meine Einflussnahme beteiligt, je nach Temperament mehr oder weniger. Ich befand mich im Nebenraum und beobachtete aus der Distanz, wie viel Spaß alle dabei hatten. |
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| Und als Fazit denke ich, kann man erkennen: Das Lernen im ISK hat Spaß gemacht. |
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