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Szenisches Spiel im DaF-Unterricht
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Szenisches Spiel für den DaF-Unterricht
"Methoden des szenischen Spiels für den DaF-Unterricht" hieß die ISK-Fortbildung unter der Leitung von Tina Wellmann, Referentin für Theaterarbeit, Hannover.
Zwei Themenschwerpunkte standen auf dem Programm:
1. Szenisches Spiel zur konkreten Umsetzung im DaF-Unterricht - Neben einem Repertoire von Übungen und Spielen gab es wichtige Tipps zu deren Umsetzung im DaF-Unterricht.
2. Der funktionale Einsatz der Stimme und des Körpers - In diesem Teil stand der Einsatz der Stimme und des Körpers sowie dessen Wirkung auf andere im Mittelpunkt.
1. Szenisches Spiel zur konkreten Umsetzung im DaF-Unterricht
Nach einer Aufwärmphase ging es zur Sache. Es wurden zahlreiche Spiele gemeinsam ausprobiert. Für jeden Lehrertyp war etwas dabei, was er als Bereicherung für seinen Unterricht in sein Repertoire übernehmen konnte. Im Folgenden eine kleine Auswahl von Spielen:
Kennlernspiel:
Jeder Teilnehmer nennt seinen Namen und sagt, was er gerne macht. Dies stellt er pantomimisch dar. Dabei muss das Verb mit dem Anfangsbuchstaben seines Namens beginnen, z. B.: Ich heiße Martina und male gern. Ich heiße Laura und lache gern. etc.
Durch das Sprachspiel und die gleichzeitige pantomimische Darstellung prägen sich die Namen bei allen sehr schnell ein.
Die Zauberkiste:
Eine imaginäre Zauberkiste steht im Raum. Nacheinander holt sich jeder einen "Gegenstand" heraus. Der, der einen "Gegenstand" in der Hand hält, spricht nicht. Allein durch seine Bewegungen erraten die anderen, um was es sich handeln könnte.
Die Diashow:
Der Dozent gibt einen Ort vor, der von einer Gruppe als Standbild dargestellt werden soll, z. B. ein Krankenhaus. Eine Person der Gruppe beschreibt den Zuhörern, was auf dem Bild zu sehen ist.
Das Zehn-Sekundenspiel:
Jeder Teilnehmer zieht eine "Gefühlskarte". Alle bewegen sich frei im Raum und begrüßen sich gegenseitig so, wie es auf ihrer jeweiligen Gefühlskarte vorgegeben ist, z. B. hektisch, verliebt, enttäuscht, arrogant, etc.
Ausprobiert werden soll dabei die Betonung. Die Begrüßungsform ist vorgegeben: z. B. sagt jeder "Guten Tag, ich heiße ..." und gibt dazu die Hand. Nach zehn Sekunden werden neue Gefühlskarten gezogen und es wird aufs Neue ausprobiert.
Alle Spiele bieten viele Variationsmöglichkeiten. Besonders im Bereich der Vorgaben muss sich der Dozent jeweils auf seine Gruppe einstellen und mehr oder weniger Hilfen geben.
2. Der funktionale Einsatz der Stimme und des Körpers
Als Lehrer, Dozent, Seminarleiter sind wir auf die Funktionalität unserer Stimme und Körpersprache angewiesen, denn wir stehen jeden Tag auf einer "Bühne". Mit der Referentin Tina Wellmann konnten wir unsere Wirkung auf andere ausprobieren.
Neben den Experimenten mit unserer Stimme haben mir besonders die zwei folgenden Spiele gefallen:
Der neue Lehrer:
Ein Gefühl wird vorgegeben, z. B. "unsicher". Die Seminarteilnehmer spielen die Schüler. Ein Teilnehmer betritt als Lehrer die neue Klasse und verhält sich unsicher. Es ist sofort für alle erkennbar, dass dort eine unsichere Person erscheint. Besonders interessant war, zu analysieren, woran wir das erkennen. Dabei wurde auch die Wichtigkeit des ersten Auftretens vor einer neuen Gruppe deutlich.
Eine Bühne, zwei Erzähler
Eine Situation wird vorgegeben, z. B. Frühstück. Nun erzählen zwei Teilnehmer gleichzeitig vor der Gruppe von ihrem Frühstück. Jeder Erzähler hat die Aufgabe so zu erzählen, dass die Zuhörer ihm und nicht dem Konkurrenten ihre Aufmerksamkeit schenken. Auch hier wurde anschließend analysiert, warum wir welchem Erzähler zuhörten.
In beiden Spielen haben wir an uns selbst erfahren können, welche Bedeutung Mimik, Gestik, Bewegung, Stimme und auch Pausen haben. Jeder konnte sich ausprobieren, Stärken und Schwächen spielerisch entdecken. Das Feedback der Gruppe war dabei sehr wichtig.
Die Referentin:
Die Referentin Tina Wellmann (32 Jahre) beschäftigte sich schon während ihres Studiums der Deutschen Literaturwissenschaft intensiv mit Theatertheorien und Theaterarbeit. Seit 1996 ist sie im theaterpädagogischen Bereich tätig und hat dort Erfahrung mit der Anleitung unterschiedlicher Gruppen, u. a. auch mit Pädagogen, gesammelt. Sie ist z. B. Leiterin des Improvisationstheaters "Hannover 98", macht gewaltpräventive Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen und hat auch als Deutschlehrerin gearbeitet. Diese vielfältigen Erfahrungen zeigen sich in ihrem großen Übungs- und Spielrepertoire sowie in dem sicheren Umgang in der Anleitung der Gruppe.
Wenn Sie Kontakt zur Referentin aufnehmen möchten oder selbst an einer Fortbildungsveranstaltung interessiert sind, wenden Sie sich bitte an:
Institut für Sprachen und Kommunikation
Martina Ostmeyer
Pädagogische Leitung (Deutsch als Fremdsprache)
Martina.Ostmeyer
isk-hannover.de
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