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Fortbildungs-Archiv

Phonetik Fortbildung Teil 1
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Phonetik Fortbildung, Teil 1 "Lauter Laute"
Sprachtherapeutische Perspektive auf Lautbildung und Lautanwendung im DaF-Unterricht
Die Lautbildung ist eine sehr komplexe Sache. Jeder DaF-Trainer kennt die Situation. Er spricht einen Laut vor, damit ihn der Lerner wiederholt. Er spricht ihn nochmals und nochmals vor, aber dem Lerner will der richtige Laut einfach nicht gelingen. Ratlosigkeit auf beiden Seiten.
Oft erkennen wir Laute aus einer anderen Sprache einfach nicht. Unser "ü" z. B. existiert in der russischen Sprache nicht und kann von einem Lerner mit russischer Muttersprache folglich schwer identifiziert werden. Aber wie soll er die Laute bilden, wenn er sie nicht hören kann?
So geht es uns mit vielen fremden Lauten, die wir nicht in der Kindheit erworben haben.
Die Referentin Karin Rozock vergleicht dieses Phänomen mit einem Memoriespiel. Die erste Karte ist eine Apfelsine, sie ist uns unbekannt - wie das "ü" im beschriebenen Fall. Nun suchen wir etwas Bekanntes, was zu der Apfelsine passt. Das Kamel ist es nicht, der Tisch auch nicht, am Ende nehmen wir die Zitrone, weil sie am besten passt. So nimmt der russischsprachige Lerner das "u" oder "i", er kennt nichts anderes.
Auch der Unterschied zwischen "Miete" und "Mitte" wird von vielen Lernern einfach nicht gehört. Die Lautbildung hängt also stark vom Hören und Erkennen der Laute ab.
Weiterhin spielen die Artikulationsorgane eine entscheidende Rolle. Diese sind je nach Muttersprache unterschiedlich trainiert. Für eine Fremdsprache müssen wir teilweise ganz neue Muskelpartien trainieren.
Frau Rozock hat uns anschaulich vorgeführt, welche Laute im Deutschen existieren und wie wir sie bilden. Wir klebten Strohhalme an die Zunge, bliesen Papierzettelchen von unseren Lippen und beobachteten alles im Spiegel, so dass wir ein Gefühl für das Zusammenspiel der Artikulationsorgane bekamen.
Die Referentin:
Nach Ihrem Studium Deutsch und Englisch für das Lehramt an Realschulen und einem berufsbegleitendem Studium „Ausländerpädagogik“ hat Frau Karin Rozock Ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Atem-, Sprech- und Stimmtrainerein 1994 erfolgreich abgeschlossen. Von 1987 bis 1991 war Sie als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache in der Erwachsenenbildung tätig. Von 1995 bis 1998 war Frau Rozock als Dozentin der CJD Schule Schlaffhorst-Andersen für Atmung und Stimme beschäftigt. Seit 1998 ist Frau Rozock als Dozentin an der Logopädenlehranstalt der Akademie für Reha-Berufe tätig.Im Unternehmerinnen-Zentrum in Hannover betreibt Frau Rozock eine Praxis für Tiefenpsychologische Körpertherapie und Atemarbeit.
Wenn Sie Kontakt zur Referentin aufnehmen möchten oder selbst an einer Fortbildungsveranstaltung interessiert sind, wenden Sie sich bitte an:
Institut für Sprachen und Kommunikation
Martina Ostmeyer
Pädagogische Leitung (Deutsch als Fremdsprache)
Martina.Ostmeyer
isk-hannover.de
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